Protest und Bologna

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[Bearbeiten] Protest und Bologna

Es gab viele Dinge, die einem während der Besetzungen im Herbst/Winter 2009 einerseits mitgerissen und andererseits schockiert haben. Ein paar Eindrücke:

  • Teilweise der sorglose Umgang mit sensiblen Daten wie Bild- und Filmmaterial, aber auch mit Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  • Phrasen wie "Wie studiert der Depp? Step by Step" oder "Dreht den Hahn ab" sind vielleicht wirksam und schaffen für kurze Zeit ein Commitment, doch wenn man ein bisschen drüber nachdenkt, bestehen personenzentrierte Diffamierungen oder glatte Sprüche keine Zerreißprobe.
  • Die Verherrlichung eines Humboldt'schen Modells lässt, außer dass es eine Projektionsfläche für aktuelle Wünsche bietet, nicht auf eine zeitgemäße Analyse von Bildung schließen. In einer zunehmend komplexer werdenden (Wissens-)Gesellschaft, müssen wir überlegen, ob und wie die divergierenden Anforderungen von Anwendungsentwicklung und Gesellschaftskritik in einer Universität untergebracht werden können. Beides ist für die Entwicklung einer Gesellschaft unverzichtbar.
  • Videos wie dieses lassen darauf schließen, dass die Protestbewegung auch von gröhlenden, dominanten und unreifen Personen bevölkert war. Das Verhaltenssprektrum reichte von Beschimpfungen über tiefste diskriminierende Sprüche bis hin zu Übergriffen.

[Bearbeiten] Wie gehts weiter?

Gute Frage. :)

Um erst einmal den Mythos des plötzlich ausbrechenden Protests, der dann irgendwann befriedet wird und wieder verebbt, zu dekonstruieren muss gesagt werden, dass vieles was im letzten Semester passiert ist auch schon in den Jahren davor passiert ist - und es wird auch weiterhin passieren. Und basierend auf diesen verschiedensten Prozessen haben sich während aber auch parallel zu den Protesten bestimmte Initiativen gebildet die auf längerfristige Arbeit mit gesellschaftsverändernden Aspekten ausgelegt sind. Unter anderem wurde die Kritische und Solidarische Uni gegründet, die an alternativen Bildungskonzepten arbeitet. Aber auch abseits davon gab es alternative Bildungsansätze und emanzipatorische Lebensentwürfe bereits vor den Protesten und auch im Nachhinein in den verschiedenen Basis- und Institutsgruppen. Ein solch eine Basisgruppe sind ja auch wir, die /bin. Damit können wir gleich wieder zum "wie weiter?" überleiten: Machen wir uns die Welt, widdewidde wie sie uns gefällt! Komm am Plenum vorbei oder schau sonst mal in die /bin, oder zum Frühstück. Organisiere mit anderen gemeinsam eigene Seminare und Lehrveranstaltung (wie es am Beispiel des Informatik & Geschlecht Kurses bereits zweimal geschehen ist). Ein Projekt das in diesem Zusammenhang auch noch interessant ist, ist das Unabhängige Tutoriumsprojekt (TutPro) bzw. für die Uni Wien der Regionalkreis Uni Wien. Das TutPro ist ein Projekt, das sich über die gesamte Region Österreich vernetzt und seit den 1970ern versucht emanzipatorische und selbstorganisierte Alternativen und Experimentierräume den bestehenden Unzumutbarkeiten an den Unis und in unserer Gesellschaft entgegenzusetzen.

Also, es braucht euch nicht langweilig zu werden, nur weil das Protestspektakel vorrüber ist. Stay active, stay tuned. ;)

[Bearbeiten] Linksammlung

Diese Linksammlung wurde im Herbst 2009 im Zuge der Proteste angefertigt. Sie ist als Archiv zum Nachlesen sicher noch nützlich.

[Bearbeiten] "Offizielle" Protestseiten

[Bearbeiten] Livestreams,...

[Bearbeiten] Reaktionen

[Bearbeiten] Videos,Bilder,Ton

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